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Free University - Freiraum//Grenze//Interventionen

Die 'free university' hat es sich in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht das kreative Schaffen bzw. das Potential kreativen Schaffens unseres Kunst- und Kulturvereins vor dem Hintergrund des diesjährigen Themas mit Euch zu reflektieren, zu vergleichen, zu analysieren und im Idealfall zu transzendieren (die Grenzen zu überschreiten).

Im Spannungsfeld zwischen einem Freiraum und seinen Grenzen, ganz gleich ob geografisch oder mental, sehen wir durch künstlerische Interventionen, also durch kreative Eingriffe in bestehende Zusammenhänge, die Möglichkeit, Grenzen neu zu definieren. Nicht die Anarchie ist das Ziel, sondern die Barrierefreiheit nach innen und außen für einen wechselseitigen Einfluss von Kunst- und Kulturinitiativen mit ihrer Nachbarschaft, mit der Stadt, mit der Region etc.

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Donnerstag 15:30 Uhr - Free University: TATort – sozio|kreARTive Interventionen

Ein interaktives Gespräch mit Workshop-Charakter, welches von Künstler/Kulturpolitiker/Kurator Wolfgang Zinggl (Wochenklausur) eingeleitet wird und in der Diskussion von folgenden Grundfragen seinen Ausgang nimmt:

Subkultur und Kulturförderung als Widerspruch? Freiräume als kreative Epizentren in einer überregulierten Gesellschaft? Kunst als Katalysator sozialen Engagements? Was bedeutet abgesicherter Freiraum? Wie kann sich ein Zwischennutzungsprojekt auch für die Langlebigkeit etablieren?

Mit von der Partie und im Gespräch sind Vertreter konkreter Interventionsprojekte in unterschiedlichen Stadien ihrer Verwirklichung sowie abweichende Förderungs- und Inklusionsmodelle wie die Tabakfabrik Linz.

*Zum Nachschauen der Diskussion steht dieser link bereit. Ein großer Dank an ZIGE.TV für die Dokumentation!

Freitag 15:30 Uhr – Free University: TATort - anthrop|botanische Interventionen

Soziale Interventionen werden anhand von Gemeinschaftsgärten beleuchtet. Jörg Eigenbauer spricht über den Freiraum Natur als Raum interkultureller und sozialer Aktion. Er stellt das Projekt GRUND als Beispiel eines als Integrationsprojekt organisierten Ackerbaus dar.

Die Vision von Parkgestaltung als gesellschaftliche Intervention wird anhand kreativer Eingriffe in die Natur von Markus Weidmann erläutert. Es wird damit die Zukunft sozialen und künstlerischen Interagierens in von Menschenhand gestalteten Naturräumen wie dem Sonnenpark visualisiert.

Sonja Gruber vom Verein Wirbel zeigt, wie sich Machtverhältnisse zwischen Geschlechtern, Ethnien und Generationen manifestieren und wie sich diese Hierarchien in baulich-räumlichen und sozialen Strukturen durch Projekte wie dem Gemeinschaftsgarten Roda-Roda-Gasse hin zu mehr Eigenverantwortung und Eigeninitiative auflösen lassen.

*Zum Nachschauen der Diskussion steht dieser link bereit. Ein großer Dank an ZIGE.TV für die Dokumentation!

Samstag 14:00 – Geschichtspolitische Interventionen im öffentlichen Raum

Arbeitspräsentation und Radtour mit dem Künstler Eduard Freudmann

Laut Robert Musil gibt es nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler. Widersprüchlichkeiten, die vielen von ihnen innewohnen, treten oft nur an die Oberfläche, wenn es zu öffentlichen Debatten rund um diese geschichtspolitischen Manifestationen kommt. Eduard Freudmann wird Beispiele aus seiner Praxis vorstellen, die versuchen, die Unsichtbarkeit von Denkmälern mittels künstlerischer Interventionen herauszufordern. Anschließend unternehmen wir eine gemeinsame Fahrradtour durch die mancherorts mehr, andernorts weniger sichtbare geschichtspolitische Landschaft St. Pöltens. Wer selbst nicht radeln kann oder mag, wird nach Voranmeldung gern als Passagier_in mitgenommen (bitte an CENTRALE melden).

Eduard Freudmann befasst sich mittels verschiedener künstlerischer Formate wie Video, Installation oder Performance unter anderem mit Geschichtspolitik, Fragen zu Archiven, und dem Dilemma der Medialisierung der Shoah.

http://eduardfreudmann.com